Freddy Diaz - Leidenschaft und Genuss

Freddy Diaz - Leidenschaft und Genuss

Freddy Diaz ist immer auf der Suche nach neuen Cocktails, die von seinen Reisen durch Amerika und den karibischen Inseln inspiriert sind und eine persönliche Note tragen, die sie so anders machen.

Freddy, erzählen Sie uns etwas aus Ihrer Jugend und wie Sie Mixologe geworden sind.

Ich bin in Kuba geboren und als ich noch keine vier Jahre alt war, flüchteten meine Eltern 1980 während der Mariel-Bootskrise. Damals reisten 125 000 kubanische Staatsbürger, die als unerwünscht galten, über den Hafen Mariel nach Florida aus. Mein Onkel mietete ein Schiff nach Key West und nahm uns mit nach Miami. Ich erinnere mich, dass uns Leute beschimpften und Flaschen und Steine nach uns warfen. Manchmal frage ich mich, ob es nicht diese Flaschen und Steine waren (‚rocks‘ in Englisch bedeutet sowohl Stein wie Eiswürfel), die mich unbewusst zum Barmann werden ließen (lachen). Auch mein Großvater machte in Kuba seinen eigenen Fruchtbrandy. Meine Eltern haben mich immer unterstützt und mein Vater, der Architekt und Zeichner war, gab mir das Gespür für Präzision und Ausgewogenheit.
 

Wie haben Sie das Mixen gelernt?

Mit 18 machte ich Promotions für einen kubanischen Rum. Auch hier haben wir wieder einen direkten Bezug zu meinen Wurzeln, denn diese Marke hat Kuba verlassen, als Castro an die Macht kam. Ich muss gestehen, dass mich nicht nur edle Beweggründe zum Beruf des Barmanns geführt haben. Die Schule interessierte mich nicht sonderlich, ich wollte vor allem feiern und ich fand es cool, mit Flaschen zu jonglieren und die Leute zum Staunen zu bringen. Aber immerhin, ich bin viel gereist, bekam eine sehr gute Ausbildung und hatte sehr früh den Wunsch, Unternehmer zu werden. Ich liebte Wettbewerbe und hatte das Glück, in einer sehr guten Bar im Connecticut angestellt zu werden. Dort begann ich allmählich zu verstehen, was es heißt, Cocktails höchsten Niveaus zu mixen. Mit 23 Jahren bin ich als Partner in eine Beratungsfirma eingestiegen und mit 26 Jahren war ich Miteigentümer meiner ersten Bar.
 

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf am meisten?

An der Basis ist es die Freude, Freude zu bereiten, den Geschmack der Gäste zu treffen und ihnen etwas Kreatives vorzusetzen, das sie köstlich finden. Dann kommt die Freude, Cocktails zu mixen, die sorgfältig aufgebaut sind, in gewisser Weise im Geiste der Gourmetküche, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Der richtige Start für mich begann 2005 in Miami Beach, in einer 5-Sterne- und 5-Diamanten-Bar (wie man in Amerika sagt). Wir waren sehr schnell drei phantastische Bartenders, die unglaublich kreative Drinks für viele Gäste mixten, darunter Stars und Trendsetter.
 

Wie unterscheidet sich Mixology vom Bartendering?

Ich weiß, dass dieses Interview im E-Newsletter von Les vergers Boiron erscheint, aber ich muss ehrlich sagen, dass am Anfang immer die Verwendung erstklassiger Produkte steht. Das gilt für Spirituosen wie für alkoholfreie Zutaten. Dann ist es wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Zucker, Säure, Bitterkeit und Fruchtigkeit zu schaffen. Wir brauchen daher Zutaten von absoluter Regelmäßigkeit, die uns jedes Mal perfekt ausgewogene Ergebnisse zusichern. Ich möchte noch einmal einen der Pluspunkte der Les vergers Boiron Erzeugnisse betonen: Sie haben immer den für jede Frucht idealen Brix-Wert (Zuckergehalt). Als nächstes müssen Sie die Vorlieben Ihres Gastes kennen und wissen, welche Art von Cocktail er oder sie mag. Sie müssen dem Geschmack des Gastes entsprechen, gleichzeitig aber auch durch eine unerwartete Note überraschen. Dazu sollten alle fünf Sinne angesprochen werden, damit ein rundum gelungenes Genusserlebnis entsteht. Und dann die entscheidende Frage: Schütteln oder Rühren? Nur James Bond verlangt nach geschüttelten Martinis. In diesem Punkt würde ich ihn niemals mit ihm streiten wollen!
 

Was sind Ihre Lieblingscocktails?

Ich mixe viele Floradora-Cocktails, bei denen ich Himbeerpüree, Gin, Limettensaft, einfachen Zucker, Bitters und Canada Dry oder Ingwerbier verwende, je nachdem, ob ein süßerer oder würzigerer Drink gewünscht ist. Der Corpse Reviver #2 ist ein anderer meiner Lieblingscocktails. Er besteht aus Gin, Cointreau, Lillet, Zitrone und einem Spritzer Absinth. Ich verwende das Zitronenpüree von Les vergers Boiron, weil es aus sizilianischen Zitronen gemacht ist, die zu den besten der Welt gehören. Wahrscheinlich gibt das dem Corpse Reviver #2 die lebendige Note. Ich habe ebenfalls einen Cocktail im südostasiatischen Style entwickelt, den ich Butterflies & Unicorns nenne, mit Kokosnuss und Butterfly Peas, die die Farbe des Wassers verändern, wenn man Zitrusfrüchte dazugibt. Überhaupt liebe ich es, konstant neue Rezepte mit vielen verschiedenen Inspirationen auszuprobieren. Ich möchte Les vergers Boiron aufrichtig dafür danken, von Anfang an an die Cocktail-Welt geglaubt und mir jegliche Unterstützung, die ich brauchte, gegeben zu haben. Außerdem bringen sie immer wieder unglaubliche Produkte heraus. Die Tatsache, heute einer ihrer Brand Ambassadors zu sein, wirkt sich positiv auf meine Beraterfirma AlambiQ aus, und wir haben eine echte Partnerschaft auf Gegenseitigkeit. Es ist der perfekte Mix!






Januar 2018